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27. Februar 2012, Frankfurter Flughafen, Terminal 1

Dreizehnte Montagsdemonstration im Terminal

Übersetzung der Rede von John Stewart, Präsident der UECNA, der Europäischen Vereinigung gegen die schädlichen Auswirkungen des Luftverkehrs:


Danke, dass ihr mir die Gelegenheit gebt, mit euch zu sprechen. Euer Protest ist anfeuernd. Ich überbringe euch die guten Wünsche von allen Flughafenaktivisten in England und überall in Europa.

Euer Protest sendet wichtige Botschaften an Regierungen in ganz Europa. In England wird uns gesagt, wenn Heathrow nicht expandiert, dann werden die Flüge nach Frankfurt oder Schiphol oder Charles de Gaulle verlagert. Als wir die dritte Bahn in Heathrow verhinderten, wurde uns gesagt, dass die Wirtschaft in England leiden würde, weil Unternehmen abwandern würden in Städte, wie Frankfurt, wo es weniger Widerstand gegen Flughafenerweiterungen gebe. Eure großen Prosteste bedeuten, dass sie dies nie mehr sagen können.

Ich war in Frankfurt während der Proteste, bevor die Bahn gebaut war. Es ist erstaunlich, dass die Proteste immer noch weitergehen, nachdem die Bahn gebaut wurde. Dies ist beispiellos. Ihr macht Geschichte. Ich glaube nicht, dass es jemals Proteste wie diese irgendwo auf der Welt gegeben hat, nachdem eine Bahn gebaut wurde.

Es ist das zweite Mal, dass ihr Geschichte gemacht habt. Die ersten Proteste mit zivilem Ungehorsam gegen neue Bahnen in Europa fanden statt vor vielen Jahrzehnten, als zehntausende Menschen die Wälder außerhalb von Frankfurt besetzten, um zu versuchen, die dritte Bahn zu verhindern. Jetzt macht ihr wieder Geschichte.

Ich bin sicher, dass die Machthaber hoffen, dass ihr am Ende mit euren Protesten aufhört und zu Hause bleibt am Montagabend, um euch um euren Garten zu kümmern oder fernzusehen. Die Strategie der Mächtigen in jedem Land ist, sich zurückzulehnen und zu warten, bis die Protestierenden ermüden und frustriert sind und aufgeben und nach Hause gehen.

Lasst sie nicht gewinnen, meine Freunde! Denkt immer daran wie müde und frustriert ihr auch werdet ihr habt reale Macht, wenn ihr hier in diesem Terminal steht, herausfordernd. Ihr seid der schlimmste Albtraum der Obrigkeit. Weil ihr friedliche Bürger seid, die sich einfach nur weigern wegzugehen.

Ich bin heute Nachmittag angekommen mit dem Zug aus München. Ich war gebeten worden, mit den Aktivisten dort zu sprechen, die gegen die dritte Bahn sind, die der Flughafen bauen will. Ich habe auch über die Proteste in Berlin gelesen. Mit diesen Protesten überall in Deutschland zur gleichen Zeit ist die sehr realistische Möglichkeit gegeben, dass ihr in einer Position seid, echten Druck auf die Regierung und die Flughäfen auszuüben, dass sie ablassen von einem Kurs in der Luftfahrt, der auf unbegrenzter Expansion basiert, und einen neuen Kurs entwickeln, der die Interessen der Anwohner und des Planeten berücksichtigt.

In England gab es in den vergangenen zehn Jahren Proteste im ganzen Land gegen Flughafenerweiterungen. An den Protesten beteiligt waren Flughafenanwohner, Umweltschutzaktivisten und Politiker aller politischen Parteien. Das Ergebnis ist, dass die neue Regierung verpflichtet ist, keine neuen Bahnen zu bauen. Dies könnte auch in Deutschland passieren.

Aber was wir in der UECNA [Union Européenne Contre les Nuisances des Avions = Europäische Vereinigung gegen die Belästigungen durch Flugzeuge] zu entwickeln versuchen, ist eine europäische Bewegung gegen Flughafenexpansion. Wir hoffen, dass wir noch in diesem Jahr eine Konferenz mit Flughafenaktivisten aus ganz Europa veranstalten können. Nur wenn wir uns zusammentun, werden wir die Kraft haben, die Macht europäischer Regierungen und der Luftfahrtindustrie herauszufordern.

Ihre Ziele sind veraltet. Keine größere Stadt in Europa braucht eine neue Bahn, um sicherzustellen, dass die Wirtschaft weiterhin floriert. Die Luftfahrt spielt eine Rolle in der Welt. Aber in einer Welt, in der Klimawandel droht, billiges Öl knapp wird und Flughafenanwohner genug haben vom Lärm, ist diese Rolle eine geringer werdende. Das ist die Realität. Das ist die Zukunft. Eure Botschaft ist eine Botschaft der Hoffnung für die Zukunft. Die vierte Bahn ist eine Botschaft dunkler Verzweiflung aus der Vergangenheit. Bleibt dabei, eure Botschaft zu verkünden in Wort, Lied und Tanz in diesem Terminal. Es ist anfeuernd.

Ich wünsche euch allen das Allerbeste.

(Übersetzung aus dem Englischen von Christa Willich-Klein, Flughafen-BI Schwanheim-Goldstein.)

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