Impressum Home Kontakt
  Worum geht's?  
  Darum geht's
Fakten + Argumente
Rückblick
 
  Aktuell  
  News
Termine
Presse
- BBI
- BUND
- Lesetipps
Links
Archiv
 
  Machen Sie mit!  
  Über Uns
Unsere Ziele
BI vor Ort
BI aktiv
Rechts-Institut
BI-Info
Resolutionen
Infomaterial
 
     
     
     
 


12. November 2012, Frankfurter Flughafen, Terminal 1

Vierzigste Montagsdemonstration im Terminal
Die Vierzigste: Kleines großes Jubiläum der Montagsdemos

Sehr geehrte Damen und Herren,

mein Name ist Stefan Dingert und ich spreche für die BI Neu-Isenburg.

Wir sind die „Isenburger Bürgerinnen und Bürger gegen Fluglärm und Schadstoffbelastung“

Denn Fluglärm und Schadstoffbelastung schädigen unsere Gesundheit. In Sonntagsreden betonen Politiker immer, die „Gesundheit sei das wichtigste Gut“.

Am Sonntag. Unter der Woche sind der Politik dann andere Dinge wichtiger.

Ich spreche aus bitterer Erfahrung und mir fällt dies nicht leicht.

Im Jahr 2004 ist mein Sohn – er war damals 2 ½ - an Leukämie erkrankt. Nach einem Jahr Behandlung hofften wir, es sei alles überstanden. Doch dann erfolgte 2005 ein Rückfall. Nur eine Knochenmarkspende seiner Schwester konnte schließlich sein Leben retten.

Heute ist er ein fröhlicher 11jähriger und zum Glück erinnert er sich kaum noch an die Zeit der Krankheit.

Ich habe mich oft gefragt, was seine Krankheit ausgelöst hat. Könnten die Schadstoffe der Flugzeuge damit zu tun haben? Davon haben wir in Neu-Isenburg bei jeder Wetterlage genug.

Ist das abwegig? Ich erinnere daran, dass noch vor wenigen Jahrzehnten sorglos Asbest in die Häuser eingebaut wurde. Gleichzeitig wurde das hochgiftige Holzschutzmittel PCB in jedem Wohnzimmer benutzt. Erst später wurde die gesundheitsschädigende Wirkung bekannt. Heute sind diese Stoffe verboten und müssen mit großem Aufwand entsorgt werden.

Ich sprach damals mit dem Leiter des deutschen Kinderkrebsregisters. Ich erfuhr, dass es zum Thema Krebs bei Kindern in der Nähe von Flughäfen keinerlei Untersuchungen gibt.

Im Herbst 2005 fand in der Offenbacher Stadthalle das Anhörungsverfahren zum Flughafenausbau statt. Dort habe ich gefordert, vor Ausbau des Flughafens zu klären, ob zwischen Krebs bei Kindern und der Nähe zu einem Flughafen und seinen Schadstoffen ein Zusammenhang besteht.

Ich möchte hier nicht behaupten, dass es einen solchen Zusammenhang gibt. Aber ich wollte und will, dass untersucht wird, ob es ihn gibt.

Natürlich habe ich mit meiner ganzen Familie dies auch als Einwendung beim Regierungspräsidium Darmstadt geltend gemacht. Auf diese Einwendungen haben wir bis heute keine Antwort bekommen.

Was war das Ergebnis all dessen? Bis zum obersten Gericht wurde eines bestätigt: Das angebliche öffentliche Interesse an mehr Flugverkehr ist wichtiger als alles andere. Meine Einwendung und weit über 100.000 andere waren dagegen nichts.

Ist also wirklich die Gesundheit der Menschen für die Politik so wichtig wie in den Sonntagsreden behauptet? Klare Antwort: Nein.

Aber was gibt Fraport und Lufthansa das Recht, sich eine gesamte Region zur Lösung ihrer betriebswirtschaftlich bedingten Engpässe zu unterwerfen, und zu verlangen, dass die Region nach ihren Bedürfnissen hin ausgerichtet und belastet wird?

Was ist das für eine Regierung, die alles für diese beiden Unternehmen tut? Was sind das für eine Regierung und eine Justiz, die in Kauf nehmen, dass Menschen für die Gewinne dieser Unternehmen krank werden?

Ich finde das widerwärtig.

Jedes Medikament wird jahrelang getestet, bevor es verkauft werden darf. Und zwar getestet auf Wirkung und Nebenwirkung. Vorher – bevor es in den Handel kommt.

Beim Ausbau des Flughafens Rhein-Main hat man es anders gemacht:

Hier wurde dreist eine Wirkung behauptet: Angeblich jede Menge neue Jobs. Das steht jedenfalls in den Gutachten, die die Fraport beigebracht hat.

Der Beweis steht bis heute aus. Die Fraport jubelt, wenn 2.000 Arbeitsplätze des Wirtschaftsprüfers KPMG von Frankfurt-Heddernheim an den Flughafen ziehen. Aber sind das neue Arbeitsplätze? Nein, das ist schlicht ein Umzug. Was hat die Region davon? Nichts!

Das weiß natürlich auch die hessische Landesregierung. Deshalb weigert sie sich ja auch zu untersuchen, wie viele der versprochenen Arbeitsplätze denn tatsächlich neu entstanden sind.

Und was ist mit den Nebenwirkungen der ungehemmten Fliegerei für die Gesundheit der Menschen im Rhein-Main-Gebiet? Da schauen Politik und Luftverkehrswirtschaft lieber nicht so genau hin. Dass Fluglärm uns allen schadet, ist seit langem bekannt. Was ist die Wirkung der Schadstoffe des Luftverkehrs auf uns? Das untersucht man lieber erst gar nicht.

Und wie ist es mit der Haftung für die Schäden des Medikaments Flughafenausbau – den Lärm, den Dreck? Das ist bei Medikamenten Sache des Herstellers. Nicht so beim Flughafen! Den passiven Lärmschutz bezahlt hier größtenteils der Steuerzahler, die Fraport trägt dazu wenig bei. Letztlich bezahlen also die Geschädigten über ihre Steuern ihre Schäden selbst!! Wo gibt es das denn sonst noch?

Halten wir also fest: Die angebliche Wirkung des Ausbaus– neue Arbeitsplätze – ist ungewiss. Die Nebenwirkungen – die Gesundheitsschäden – sind uns sicher. Die Schäden? Dürfen wir selbst bezahlen.

Wir, die Betroffenen in der gesamten Rhein-Main-Region, in und um Frankfurt, in Hessen, in Rheinland-Pfalz und in Bayern sind uns einig:

Dieser Flughafen liegt mitten in einem der größten Ballungszentren Europas. Er hat sich an Hunderttausende Gartenzäune heran ausgebreitet. Er ist zu groß, zu laut und zu schmutzig für diese Region. Er schadet unserer Gesundheit und der unserer Kinder. Und damit schadet er übrigens auch der Wirtschaft.

Denn kranke Menschen sind sicher auch nicht das, was die Wirtschaft braucht. Und wenn Manager über Firmenstandorte entscheiden: Dann doch lieber für eine Region, die auch die Ruhe kennt und die nicht von einem Megaflughafen mit Lärm und Gift überschüttet wird. Und wo sie befürchten müssen, dass sie und ihre Kinder krank werden.

Daraus folgt:

•  Der bisherige Ausbau ist raumunverträglich und war und ist ein verheerender Fehler

•  Es darf keinen weiteren Ausbau des Flughafens geben, vor allem kein Terminal 3

•  Wir brauchen ein Nachtflugverbot von 22 bis 6 Uhr ohne wenn und aber

•  Der Deckel muss drauf auf die Flugbewegungen: mehr als 380.000 pro Jahr dürfen es nicht sein

•  Und wir brauchen endlich objektive und neutrale Untersuchungen über die Wirkung der Luftschadstoffe auf uns und unsere Kinder.

Ich danke Ihnen.


zurück zur Startseite
zurück zur Übersicht zweites Halbjahr 2012


 


     


Bündnis der Bürgerinitiativen
Kein Flughafenausbau - Für ein Nachtflugverbot von 22 - 06 Uhr